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Rudern damals und heute
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Gab es Rudern schon vor uns in Grimma? Diese Frage stellten wir uns und fanden
eine Abhandlung aus dem Jahre 1927 zum 25-jährigen Bestehen des Ruderclubs Grimma e.V.
So konnten wir jenes und unser Vereinsleben gegenüberstellen:
 

Ereignis
Ruderclub Grimma e.V.
Grimmaer Ruderverein e.V.
Gründung
09. April 1902
09. Mai 1995

Gründungs-
mitglieder

Vorsitzender: Kurt Engelmann
Schriftführer: Georg Rost
Kassierer: Oskar Busch
Bootshausverwalter: Otto Eckardt
Instruktor: Otto Engelmann
Bootswart: Karl Beyrich

Vorsitzender: Dr. Hubertus von Below
2.Vorsitzender: Peter Heinig
Schatzmeister: Reinhard Kretzschmar
Ruderwart:
Malte Martin für Seume-Gymnasium
Hans-W. Berger für Gymn.St. Augustin

Boots-
beschaffung

 

 

Grundstock waren
2 Boote der Herren Rost und Engelmann

20. April 1902:
Zwei Doppelriemen-Zweier mit Pferd
und Wagen aus Leipzig "für 100 gute,
alte, deutsche Friedensmark" geholt.
Insgesamt 17 Boote von Triton und Wiking
Leipzig sowie vom Ruderverein Wurzen,
"Riemen und Skulls ausreichend, aber
reparaturbedürftig, Werkzeuge nicht
komplett, Bootsfett, Putzlappen, Eimer,
Rollsitze nicht ausreichend" aus einem
Protokoll der 1. Mitgliederversammlung

Bootshaus
1. Unterkunft:Veranda im Schützenhaus
2. Unterkunft:Platz am Oberwerder
zur Pacht von der Stadt
1. Unterkunft:Die alte Turnhalle des
J.-G. Seume-Gymnasiums
2. Unterkunft: Mietfrei mit Handschlag der
ehemalige Pferdestall an der Großmühle

Geselligkeit
- Schinkenessen
- Bootsausflüge
- Feuchtfröhliche Schlittenpartie
- Ballabend
- Bowling
- Weihnachtsfeier
- Jubiläen
- Schlauchbootsfahrten
- Wanderfahrten

Sportliche
Aktivitäten
Anfänglich wurden erst einmal alljährlich
Klubregatten durchgeführt.
- Grönländerrennen
- Einskuller
-Dauerfahren
- Schnellfahren
- Alle Jahre wieder führen wir unseren
vereinsinternen Einer-Wettkampf durch

Ab dem Jahr 2003
- Vierer-Rennen zwischen den Gymnasien
J.-G. Seume und St. Augustin

Teilnahme an
Wettkämpfen

Auswärtige Regatten:
"Sportliche Höhepunkte der Vorkriegs-
zeit   bildeten die Leistungen der Mann-
schaften
..... im Jahre 1913, die in scharfem
Training   durch den Leipziger Instruktor
Herrn Karl Walther für die Regatten
vorzüglich vorgebildet waren"

Unsere erste Teilnahme an einer Regatta
war am 01.07.2002,
der 1. Langstreckenregatta Dresden -
Meißen, auf der wir glücklich die letzten
Plätze belegten (es war leider kein
"Instruktor" vorhanden).
Material-
verluste
Kommentar zu den o.g. Wettkämpfen:
"Doch scheint man sehr kraftvoll zu
Werke gegangen zu sein, denn keine
Regatta wurde abgehalten, ohne dass
mehrere Ersatzskulls zur Stelle waren."
Aus dem Saisonrückblick 2002 unseres
Steffen Wündisch: "Und wie wir festgestellt
haben, sind auch die neuen Skulls nicht
bruchfest. Wir müssen demnächst deutlich
mehr am Steg aufpassen. Zuviel wurde
schon zu Sperrholz verarbeitet."

Mulden-
regatta
Die Idee entstand durch die "Stiftung
eines Silberpokales als Wanderpreis für
ein offenes Vierer-Rennen durch seine
Königliche Hoheit, den Prinzen Eitel
Friedrich von Preußen, dem anlässlich
seines Hierseins nach einem Gelände-
ritt bis Grimma in einer Lampionauffahrt
gehuldigt worden war."
Die erste Muldenregatta wurde
am 01. Juni 1910 zur Tatsache.

Die Idee in unserer Zeit entstand wohl den
beiden Bürgermeistern von Grimma und
Wurzen beim Bier !?
Immerhin sollten unsere beiden Städte
Gemeinsamkeit präsentieren und dies
wurde zur 1. Muldenregatta am 03.07. 1999
ein voller Erfolg mit über 500 Teilnehmern.
Seitdem ist dies zur Tradition geworden.
Jugend-
arbeit
"Wenn wir, um unserer Rudermannschaft
den erforderlichen Nachschub zu sichern,
schon vor dem Kriege unser Augenmerk
auf die 16 - 20-jährigen richteten, indem
wir eine Jugendabteilung gründeten, so
wird diese Aufgabe jetzt verdoppelt."
Schwierig erwies sich die Gründung unseres
Jugendvereins. Ständiges Wechseln der
rudernden Jugendlichen, Ausscheiden
wegen Berufswahl und Wohnortwechsel.
Und trotzdem gibt es immer wieder neue
Mitglieder, die den Jugendverein am Leben
erhalten.

Witterungs-
unbilden
Witterungsunbilden "Eine Unterbrechung
.... brachte das Jahr 1926. Die Witterungs-
unbilden und die regnerischen Sommer-
monate unterbanden fast gänzlich das
vorbereitende Sportrudern.
Hochwasseralarm rief zu wiederholten
Male die Mitglieder zum Bootsplatz, um
das teure Gut der Boote an sicherem Ort
zu bergen"
LVZ vom 14. August 2002
"Die starken Regenfälle führten zum
immensen Ansteigen der Fluss- und
Bachläufe.
Am 13. August 2002 16:30 Uhr
"Pegelstand der Mulde liegt bei 8,5 m"
Ereignisbericht nach der ersten Wieder -
Begehung des Bootshauses am 15.08.02:
"Clo und Schuppen gibt es nicht mehr. Das
Tor ist eingedrückt. Einen Achter, Vierer
u.a. haben wir nicht mehr. Alles futsch"
Zeit-
ereignisse
"Der Krieg ließ alle hohen Hoffnungen
schwinden.... Schüchtern nur wagte sich
ab und zu die noch daheimgebliebenen
Jugendabteilung aufs Wasser........Mußte
doch wegen der militärischen Sperrung der
Brückendurchlässe der schönste Teil
unseres Fahrtengebietes, die Strecke
Bootshaus-Muldenbrücke-Wehr unbenutzt
bleiben und das Rudern mit Eintritt der
Dunkelheit eingestellt werden. ....Ein paar
Zeilen weiter heißt es dann"... bedrohte
uns im Inneren das Gespenst der Inflation.
...... Selbstverständlich machte die Geld-
entwertung auch nicht halt vor den Toren
unseres Klubs."
Mögen uns solcherlei Berichte
erspart bleiben!

Dieser Vergleich stammt aus der Feder von Petra und Detlev Kube